Aufgaben
Bilanzbuchhalterinnen und Bilanzbuchhalter führen das Rechnungswesen bis zum fertigen Abschluss. Sie stimmen Konten ab, bilden Rückstellungen und Abgrenzungen, erstellen Monats-, Quartals- und Jahresabschlüsse und bereiten die Zahlen für Geschäftsführung, Banken und Finanzamt auf.
In der Kanzlei betreuen sie mehrere Mandanten nebeneinander: von der laufenden Finanzbuchhaltung über die Umsatzsteuer-Voranmeldung bis zum Abschluss nach Handelsgesetzbuch. Häufig sind sie erste Ansprechperson für die Buchhaltung des Mandanten und für Rückfragen der Betriebsprüfung.
- Monats- und Jahresabschlüsse nach Handelsgesetzbuch
- Kontenabstimmung, Rückstellungen und Abgrenzungen
- Umsatzsteuer-Voranmeldungen
- Auswertungen für Mandanten und Banken
- Unterstützung bei Betriebsprüfungen
Voraussetzungen
Geprüfte Bilanzbuchhalterin oder Geprüfter Bilanzbuchhalter ist eine bundesweit geregelte Fortbildung der Industrie- und Handelskammern auf der Stufe Bachelor Professional. Zugelassen wird, wer eine kaufmännische Ausbildung und mehrere Jahre Praxis im Rechnungswesen nachweist; ein Hochschulabschluss verkürzt die geforderte Praxis.
Die Prüfung umfasst schriftliche Aufgaben und eine mündliche Prüfung. Die Vorbereitung dauert berufsbegleitend meist anderthalb bis zwei Jahre.
- Kaufmännische Ausbildung oder Studium
- Mehrjährige Praxis im Rechnungswesen
- Sichere Kenntnisse im Handels- und Steuerrecht
- Erfahrung mit DATEV oder einem ERP-System
Karriere und Weiterbildung
Mit dem Abschluss stehen leitende Aufgaben im Rechnungswesen offen, in der Kanzlei etwa die Leitung der Abschlussabteilung. Wer die Prüfung bestanden hat, kann nach sechs Jahren praktischer Tätigkeit zur Steuerberaterprüfung zugelassen werden (§ 36 Steuerberatungsgesetz).
Weitere Wege sind Zusatzqualifikationen in internationaler Rechnungslegung oder im Controlling.
- Leitung Abschluss oder Rechnungswesen
- Internationale Rechnungslegung
- Steuerberaterprüfung nach sechs Jahren Praxis
Gehalt
Nach dem Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit verdient die mittlere Hälfte der Bilanzbuchhalterinnen und Bilanzbuchhalter in Vollzeit zwischen 3.601 und 5.641 Euro brutto im Monat, der Median liegt bei 4.451 Euro (bundesweit, Stichtag 31.12.2025).
Eine Tarifbindung gibt es in Kanzleien nicht. Kanzleigröße, Standort, Mandantenstruktur und Berufsjahre bestimmen das Gehalt. Abschlusssicherheit und Erfahrung mit Konzernmandaten wirken sich deutlich aus.
Der Gehaltscheck auf der Gehaltsseite zeigt die Spannen je Berufsgruppe, der Gehaltsrechner rechnet das Brutto in Netto um.
Stellen finden
Kanzleiwelt listet Stellen als Bilanzbuchhalter/in von Steuerberatungs-, Wirtschaftsprüfungs-, Rechtsanwalts- und Notarkanzleien in ganz Deutschland. Die Anzeigen nennen Einsatzort, Arbeitszeitmodell und Schwerpunkte und führen direkt zur Bewerbung beim Arbeitgeber.
Die Stadtseiten zeigen, wo gerade besonders viele Stellen offen sind. Viele Kanzleien bieten Teilzeit, Gleitzeit und anteiliges Arbeiten von zu Hause an, weil Fachkräfte im Rechnungswesen knapp sind.
Häufige Fragen
Was verdient ein Bilanzbuchhalter?
Der Median liegt laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit bei 4.451 Euro brutto im Monat in Vollzeit, die mittlere Hälfte verdient zwischen 3.601 und 5.641 Euro (Stichtag 31.12.2025).
Welche Ausbildung braucht ein Bilanzbuchhalter?
Üblich ist die Fortbildungsprüfung Geprüfte/r Bilanzbuchhalter/in vor der Industrie- und Handelskammer. Voraussetzung sind eine kaufmännische Ausbildung oder ein Studium und mehrere Jahre Praxis im Rechnungswesen.
Wo finde ich Stellen als Bilanzbuchhalter?
Auf Kanzleiwelt unter Stellen, filterbar nach Ort und Umkreis. Jede Anzeige führt direkt zur Bewerbung beim Arbeitgeber.
Stand 8. Oktober 2026. Quellen: Bundesagentur für Arbeit: Entgeltatlas (Stichtag 31.12.2025) (abgerufen 8. Oktober 2026); DIHK: Höhere Berufsbildung und Weiterbildung (abgerufen 8. Oktober 2026); Steuerberatungsgesetz § 36: Voraussetzungen für die Zulassung zur Steuerberaterprüfung (abgerufen 8. Oktober 2026); Bundesagentur für Arbeit: BERUFENET (abgerufen 8. Oktober 2026)






