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Notar werden 2026 – Voraussetzungen, Wartezeit, Einkommen

Der Notarberuf gehört zu den exklusivsten Rechtsberufen Deutschlands — und gleichzeitig zu den am besten dotierten. Dieser Leitfaden zeigt Voraussetzungen, Anwartschaftsdauer, regionale Unterschiede (Anwaltsnotariat vs. Nur-Notariat) und realistisches Einkommen.

Zwei Notariatstypen in Deutschland

Anwaltsnotariat (NRW, Niedersachsen, Hessen, Bremen, Berlin, Sachsen-Anhalt, Thüringen): Rechtsanwälte mit Notarzulassung. Sie üben beide Berufe parallel aus.

Nur-Notariat (Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Saarland, Hamburg, Schleswig-Holstein): Ausschließlich Notar-Beruf. Eigenständige juristische Berufsausübung, kein Anwaltsstatus.

Die Unterschiede betreffen Bestellungsverfahren, Standortverteilung und Vergütungsmodell. Die notarielle Beurkundungstätigkeit ist in beiden Modellen identisch (BeurkG).

Voraussetzungen für die Notarbestellung

Zwei juristische Staatsexamen (Volljurist:in) — bei beiden Examina werden in der Regel mindestens 8,5 Punkte (vollbefriedigend) verlangt.

Anwaltsnotariat: 5 Jahre Rechtsanwaltstätigkeit + bestandene Notar-Eignungsprüfung. Die Prüfung umfasst Beurkundungsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, Grundbuch- und Immobilienrecht.

Nur-Notariat: Notarassessor:innen-Stelle (Anwaltschaft beim Notar, oft 3-5 Jahre) + bestandene Notar-Prüfung des jeweiligen Bundeslandes.

Wartezeit: Für ein freiwerdendes Notariat können 5-15 Jahre Wartezeit anfallen (regional sehr unterschiedlich — in Berlin/München kürzer als in Rheinland-Pfalz/BW).

Einkommen als Notar:in

Notar-Einkommen hängt direkt von der Beurkundungsmenge ab. Notargebühren sind im GNotKG (Gerichts- und Notarkostengesetz) festgelegt — keine Preisverhandlung mit Mandanten.

Großstädtische Notariate (München, Frankfurt, Hamburg, Düsseldorf, Köln): 400-700k €/Jahr Bruttogewinn — hohe Immobilientransaktionsrate und gewerbliche Beurkundungen.

Mittelgroße Städte: 200-400k €/Jahr. Wartezeiten sind hier kürzer, dafür auch Einkommen niedriger.

Anwaltsnotariate: Kombiniertes Einkommen aus Anwaltstätigkeit + Notartätigkeit. Top-Anwaltsnotare in Großstädten können 800k+ verdienen.

Beurkundungsbereiche und Spezialisierungen

Immobilienbeurkundungen (Grundstückskaufverträge, Erbbaurechte, Grundschulden): Volumen-Geschäft, höchster Anteil an Notar-Tätigkeit (50-70%).

Familien- und Erbrecht (Ehe- und Erbverträge, Vorsorgevollmachten, Testamente): Stark wachsend durch demografischen Wandel.

Gesellschaftsrecht (GmbH-Gründungen, Anteilsübertragungen, Umwandlungen): Hohe Beurkundungswerte → höhere Gebühren.

M&A-Beurkundungen: Sehr hohe Werte, Spezialisierung lohnt sich. Top-Notare begleiten Multi-Millionen-Transaktionen.

Häufige Fragen

Wie wird man Notar in Deutschland?

Zwei Wege: 1) Anwaltsnotariat (NRW, Niedersachsen u.a.): Volljurist:in + 5 Jahre Anwaltstätigkeit + Notar-Eignungsprüfung. 2) Nur-Notariat (Bayern, BW u.a.): Volljurist:in + 3-5 Jahre Notarassessor + Notar-Prüfung. In beiden Fällen Examensnoten mindestens vollbefriedigend (8,5+).

Wie viel verdient ein Notar in Deutschland 2026?

Großstädtische Notariate (München, Frankfurt, Hamburg): 400-700k €/Jahr Bruttogewinn. Mittelgroße Städte: 200-400k. Anwaltsnotare in Großstädten kombiniert mit Anwaltstätigkeit: 600-800k+.

Wie lange ist die Wartezeit auf eine Notarstelle?

Regional sehr unterschiedlich: München/Berlin ca. 5-8 Jahre, NRW 7-10 Jahre, BW/RLP 10-15 Jahre. Notariate werden bei freiwerdender Stelle ausgeschrieben — Vergabe nach Examensnoten + Bestellungspunkten.

Lohnt sich der Notarberuf finanziell?

Ja, deutlich. Notare gehören zu den am besten verdienenden Juristen in Deutschland. 200-700k €/Jahr sind realistisch, Top-Notare in Großstädten verdienen über 800k. Dafür lange Wartezeit auf Bestellung und hohe Examensnoten als Eintrittshürde.

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